ROI von AI 2025: Frühadopter, Rendite und neue Prioritäten

von | Sep. 9, 2025 | News

zuletzt aktualisiert 23. Oktober 2025

Wie schnell rechnet sich Künstliche Intelligenz wirklich? Eine aktuelle globale Studie von Google Cloud legt nahe: Für viele Unternehmen bereits nach wenigen Monaten. Vor allem „Agentic AI Early Adopters“ – Firmen, die KI-Agenten frühzeitig und konsequent einsetzen – erzielen messbare Renditen und überdurchschnittliche Wachstumsraten. Während Produktivität und Kundenerlebnis weiterhin zentrale Treiber bleiben, verschiebt sich der Fokus 2025: Nicht mehr die Machbarkeit, sondern Datenschutz und Sicherheit entscheiden darüber, welche Anbieter das Vertrauen der Unternehmen gewinnen.

Vom Experiment zur Wertschöpfung

Die Diskussion um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen verschiebt sich zunehmend von Pilotprojekten hin zu konkreter Wertschöpfung. Besonders dort, wo AI-Agenten in großem Umfang eingeführt werden, berichten Unternehmen über messbare Erfolge.

Die Erkenntnisse stammen aus der zweiten globalen ROI-of-AI-Studie 2025, die von Google Cloud in Auftrag gegeben und von der National Research Group (NRG) zwischen April und Juni 2025 durchgeführt wurde. Befragt wurden 3.466 Führungskräfte aus 24 Ländern, allesamt aus Unternehmen, die generative KI bereits produktiv einsetzen. So grenzt sie sich so zur einer kürzlich veröffentlichten Studie des MIT ab, die zu dem Ergebnis kommt, 95% der KI-Projekte führten zu keinem ROI. Die Ergebnisse geben damit einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der möglichen Wertschöpfung durch generative KI und Agenten.

Adoptionsraten und Geschwindigkeit

Futuristische Illustration von KI-Agenten, die Geschäftswachstum vorantreiben, mit leuchtenden Netzwerkknoten, steigenden Diagrammen und einer modernen Stadtsilhouette.
Agentic AI als Wachstumstreiber: Unternehmen berichten laut globaler ROI-of-AI-Studie 2025 von messbaren Erfolgen und schneller Amortisation.

Die Studie verdeutlicht die schnelle Verbreitung von Agenten:

  • 52 % der Führungskräfte berichten, dass ihre Organisation bereits AI-Agenten produktiv nutzt.
  • 39 % haben mehr als zehn Agenten im Einsatz.
  • 51 % der Befragten bringen neue KI-Anwendungen innerhalb von 3–6 Monaten in Produktion – ein Anstieg gegenüber 47 % im Vorjahr.

Diese Zahlen zeigen, dass Agenten in vielen Organisationen nicht mehr im Pilotstadium, sondern bereits tief in die Abläufe integriert sind.

Agentic AI Early Adopters

Eine neu identifizierte Gruppe von „Agentic AI Early Adopters“ hebt sich von der Gesamtmenge der Befragten ab. Sie umfasst 13 % der Führungskräfte und zeichnet sich dadurch aus, dass diese Unternehmen mindestens die Hälfte ihres künftigen AI-Budgets in Agenten investieren und diese bereits tief in die Unternehmensprozesse eingebettet haben.

Der Vorteil dieser Gruppe zeigt sich in überdurchschnittlichen Erfolgsraten:

  • 88 % berichten über ROI in mindestens einem generativen KI-Anwendungsfall (vs. 74 % im Durchschnitt).
  • 43 % erzielen positive Ergebnisse bei Customer Experience (vs. 36 % im Schnitt).
  • 41 % melden Verbesserungen im Marketing (vs. 33 %).
  • 40 % profitieren in Security Operations (vs. 30 %).
  • 37 % berichten über Fortschritte in der Softwareentwicklung (vs. 27 %).

Diese Werte verdeutlichen, dass die frühzeitige Skalierung von Agentenprojekten ein klarer Wettbewerbsvorteil sein kann.

Finanzielle Effekte: Wachstum bleibt stabil

Neben Produktivitätssteigerungen (70 %) und verbesserten Kundenerlebnissen (63 %) berichten Unternehmen weiterhin über direkte finanzielle Effekte.

  • 56 % geben an, dass ihre generativen KI-Initiativen zu Geschäftswachstum geführt haben.
  • 71 % dieser Gruppe melden Umsatzsteigerungen.
  • 53 % beziffern diese Steigerung auf 6–10 % Umsatzwachstum, ein Wert, der sich im Jahresvergleich als stabil erweist.

Damit etabliert sich generative KI zunehmend als Wachstumstreiber, nicht nur als Effizienzmaßnahme.

Haupttreiber des Nutzens

Die Befragten nannten drei zentrale Werttreiber, die den größten Beitrag durch generative KI liefern:

  • Produktivität (70 %)
  • Customer Experience (63 %)
  • Business Growth (56 %)

Diese drei Bereiche bilden die Basis, auf der Organisationen ihren ROI am deutlichsten spüren.

Anwendungen und Branchenunterschiede

Die Studie zeigt, dass AI-Agenten in unterschiedlichsten Unternehmensbereichen eingesetzt werden:

  • Customer Service & Experience (49 %)
  • Marketing (46 %)
  • Security Operations & Cybersecurity (46 %)
  • Tech-Support (45 %)

Auch branchenspezifische Anwendungsfälle treten hervor:

  • Finanzdienstleistungen: Fraud Management und Betrugserkennung (43 %)
  • Handel/CPG: Qualitätskontrolle (39 %)
  • Telekommunikation: Netzwerk- und Gerätekonfiguration sowie Automatisierung (39 %)

Regionale Unterschiede sind ebenfalls sichtbar: Während in Europa Tech-Support im Vordergrund steht, dominiert in JAPAC der Fokus auf Customer Service und in Lateinamerika auf Marketing.

Investitionen nehmen weiter zu

Die Investitionsbereitschaft bleibt hoch:

  • 77 % der Befragten haben ihre Ausgaben für generative KI im vergangenen Jahr erhöht.
  • 48 % haben Budgets aus anderen Bereichen umgeschichtet, um KI-Initiativen zu finanzieren.

Dies zeigt, dass Unternehmen KI zunehmend als strategische Kerninvestition betrachten, die auch Vorrang vor anderen Projekten erhält.

Datenschutz und Sicherheit als oberste Priorität

Mit wachsendem Investitionsvolumen ändern sich die Auswahlkriterien für Technologieanbieter. 37 % der Führungskräfte nennen Datenschutz und Sicherheit unter den Top-3-Kriterien, wenn sie Large Language Model (LLM)-Anbieter evaluieren. Integration mit bestehenden Systemen und Kosten folgen erst danach.

Damit wird deutlich: Während die Diskussion 2024 vor allem von Machbarkeit geprägt war, liegt 2025 der Schwerpunkt stärker auf sicherer Implementierung und nachhaltiger Skalierung.

Von „ob“ zu „wie schnell“

Das zentrale Fazit der zweiten ROI-of-AI-Studie lautet: Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen generative KI einsetzen, sondern wie schnell und in welchem Umfang. Frühadopter von Agentenprojekten zeichnen sich durch klare Budgetentscheidungen, tiefere Integration und messbare Wettbewerbsvorteile aus.

Oder wie es Oliver Parker, Vice President Global Generative AI Go-To-Market bei Google Cloud, zusammenfasst:
„2024 hat bewiesen, dass generative KI funktioniert; 2025 geht es darum, diese Erfolge zu vervielfachen.“

FAQs

Was ist die ROI-of-AI-Studie 2025?

Die ROI-of-AI-Studie 2025 wurde von Google Cloud in Auftrag gegeben und von der National Research Group durchgeführt. Sie basiert auf einer Befragung von 3.466 Führungskräften aus 24 Ländern, die generative KI bereits im Einsatz haben.

Welche Rolle spielen „Agentic AI Early Adopters“?

Diese Gruppe umfasst rund 13 % der befragten Führungskräfte. Ihre Unternehmen investieren mindestens 50 % ihres künftigen KI-Budgets in AI-Agenten und berichten überdurchschnittlich häufig von positiven Renditen.

Wie schnell erzielen Unternehmen einen ROI mit generativer KI?

74 % der Organisationen sehen innerhalb des ersten Jahres einen Return on Investment. Viele Projekte erreichen die Produktionsreife bereits nach drei bis sechs Monaten.

Welche finanziellen Effekte werden berichtet?

Über die Hälfte der befragten Führungskräfte gibt an, dass generative KI zum Geschäftswachstum beigetragen hat. 71 % dieser Gruppe verzeichnen Umsatzsteigerungen, häufig im Bereich von 6–10 %.

Welche Anwendungsbereiche sind besonders relevant?

Zu den häufigsten Einsatzfeldern von AI-Agenten zählen Customer Service, Marketing, Security Operations und Tech-Support. Branchenspezifisch sind etwa Fraud Management im Finanzsektor oder Qualitätskontrolle im Handel.

Welche Bedenken haben Unternehmen beim Einsatz von KI?

Datenschutz und Sicherheit sind 2025 die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl von LLM-Anbietern. Erst danach folgen Integrationsfähigkeit und Kosten.

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